Vorgehensmodell

entstanden auf dem Kollapscamp 2025

Kollapscamp 2025

Auf den Camp in Nord-Brandenburg versammelten sich zwischen 800 und 1000 Menschen und befassten sich in über 100 Workhops mit
 

  • Kollapsbewusstsein heißt, eine solidarische Kultur leben und verbreiten
     
  • Kollapsakzeptanz

Kollapsakzeptanz ist kein Zustand, sondern das sich entwickelnde Wissen darum, dass es 
        1. schlimm wird, und dass es 
        2. in unserer Hand liegt, WIE schlimm es wird.
            Deshalb fragen wir 
        3. Was wir dazu brauchen, d.h. jetzt vorbereiten müssen.

Auf dem Camp enstand die Idee zur Gründung von
Arche Noah for Future

Konkretisierung: Vorgehensmodell
als Anleitung zumHandeln

Während das Hintergrunddokument eine inhaltliche Grundierung der Konzeption von Arche Noah for Future darstellt, war es bei Vorstellung der Initiative auf dem Kollapscamp notwendig, auch eine Konkretisierung der Vorschläge zum aktiven Handeln vorzulegen. So entstand dieses Dokument, das Richtschnur für die Debatte über die Schritte zum Handeln ist.
 

1. Thema und Ziel

Gründung einer Bewegung, die die Kirchen Druck vehement und mit Nachdruck in die Pflicht nimmt, sich zu ihrer Schöpfungsverantwortung mit prophetischem Handeln zu bekennen, in dem sie ganz konkret ihre Gemeinden motiviert, transformative Gemeinschaften zu bilden, Praktiken natürlicherer und solidarischer Lebens- und Witrtschaftsweisen einzuüben, sich zu Lernorten und Reallaboren zu formen, in denen neue Prinzipien des Wirtschaftens, von Daseins-und Versorgungsformen praktiziert und eingeübt werden. Das Ziel ist, Modelle und Blueprints zu entwickeln, die sich übertragen lassen auf den Rest der Menschheit, die im Kollaps nach rettenden Auswegen sucht. Es geht darum, einen umfassenden Begriff von Resilienz zu bilden:  Finden von Daseinsformen, Prinzipien des Wirtsachaften, die Würde, Freiheit, Demokratie, vielleicht sogar Modernität retten initten des Abschwungs, der jetzt kommt.

Es kommt darauf an, diese autonomen Gegenkulturen in einem exemplarischen Netzwerk eines anderen Lebensstils aufzubauen und zu versammeln. Insbesondere streben wir an, die Kirchen zu überzeugen und zu gewinnen, in ihrem großen Netzwerk neue Formen des Zusammenlebens, Arbeitens und Wirtschaftens voranzutreiben.
 

Wir wissen, es gibt bereits Initiativen, Netzwerke, die sich auf ähnliche Visionen gründen und versuchen, sie verbreiben und der Gesellschaft vorzuleben. Da wären z.B. zu nennen GEN (Global Ecovillage Network, das Netzwerk der Ökodörfer), Transition Towns,  Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, International Degrowth Network etc.  Sie alle sind jedoch gekennzeichnet durch ihr Bemühen, die ihren Visionen entsprechenden Netzwerke aufzubauen.
 

Die Kirchen aber sind bereits ein Netzwerk, Kirchen und ihre Gemeinden reichen in jeden Landeswinkel. Unser Ansatz ist komplementär, indem er zum Ziel hat, ein vorhandenes Netzwerk zu nutzen und seine existierenden Knoten, also Gemeinden und Pfarreien bzw. neuere Einheiten wie Nachbarschaftsräume zu adressieren und zu motivieren, sich auf den Pfad zu begeben, Orte zur Entwicklung neuer Lebensformen zu werden, die nach unserer Auffassung unabdingbar sind, um einen Ausweg aus  der Sackgasse einer lebensbedrohenden Systemwirklichkeit zu ebnen. Arche Noah for Future möchte das etablierte Netzwerk der Kirchen nutzen und seine Fähigkeit stärken, für Menschen und Gesellschaft Wege aufzuzeigen und zu ebnen, die Resilienz und Zukunfstfähigkeit erfahrbar und erlernbar machen. Das kann nur mit einer Kampagne auf breiter Basis funktionieren und bewerkstelligt werden.
 

Ziel ist also, die Arche Noah aufzubauen, die alle mitnimmt, die bereit sind, einzusteigen.

2. Für wen ist die Vernetzung gedacht?

Für alle, die sich mit dem Konzept (oder einer Modifikation davon, die sich nach Konsensbildung ergibt) identifizieren können UND sich vorstellen können, sich in eine entsprechende Kampagne einzubringen.

3. Wie soll die neue Initiative arbeiten?

Wir wollen bundesweite Initiative sein mit genügend großer Mitgliederzahl, um uns an verschiedenen Orten bei kirchlichen Institutionen bemerkbar zu machen.
 

Das kann z.B. bedeuten, dass wir einen Forderungskatalog erarbeiten, den wir öffentlichkeitswirksam an die Kirchenleitungen übergeben, sie zum Diskurs darüber auffordern, mit Angehörigen der kirchlichen Institutionenhierarchie Veranstaltungen organisieren, aber auch an der Basis, also in Gemeinden oder Organisationseinheiten nahestehender Organisationen wie z.B. die Diakonie. Die Kampagne könnte unterstützt werden durch eine breit angelegte Unterschriftenkampagne unter Persönlichkeiten aus der Klimabewegung, Wissenschaft, Theologie, Kirchenebenen etc. Die kirchlichen Organisationen (Landeskirchen, Bistümer, Diakonie, Caritas etc) sind Adressaten der Kampagne.  Außerdem sollten wir uns mit kirchennahen Netzwerken (z. Ökumenisches Netzwerk Eine Erde) vernetzen.

Oft wird eingewandt, es sei kaum möglich, mit begrenzten Ressourcen eine Kampagne dieser Art zu betreiben. Nun existiert aber ein praktiziertes Vorbild, das eine erfolgreiche Durchführung aufzeigt. Es handelt sich um die auch damals sog. Forderungskampagne der Christians for Future aus dem Jahr 2021. An einem einzigen Tag im September jenes Jahres wurde jener Forderungskatalog an alle 40 Kirchenleitungen in Deutschland überreicht nach monatelanger, neben der inhaltlichen auch organisatorischen Vorbereitung, nämlich einen Termin an diesem Tag mit den Kirchenleitenden zu vereinbaren zur Durchführung der Übergabezeremonie. Zusätzlich war die Aktion von einer die Forderungen unterstützenden Unterschriftenkampagne begleitet, gefüllt mit Unterschriften namhafter Theologen, Wissenschaftler, Angehörigen der verfassten Kirche und beigeordneter Einrichtungen.

Um jedoch die Aktion nicht "einfach" nur mit der Übergabezeremonie zu beenden, wurden mit den Kirchenleitenden Nachgespräche zur eigentlichen Diskussion der Forderungen vereinbart.

Das Aktionsteam bestand aus  etwa 10 Aktivist:innen, stellenweise solidarisch unterstützt von Partnergruppen wie Fridays for Future, Parents for Future. Das Kernteam arbeitete mindestens ein Jahr an der Vorbereitung des Vorhabens.

Das Beispiel demonstriert die Machbarkeit einer derartigen Aktion. 
  

Weites Element der Zusammenarbeit ist, dass wir in einer Signal-Gruppe untereinander vernetzt sind, die schon existiert. Ihr Name: Arche Noah for Future. Zu prüfen wird sein, ob wir selbst weitere Struktur benötigen, also etwa OGs und Delirat.

4. Strategien zur Unterstützung von Gemeinden/Pfarreien

Die Kampagne muss getragen sein von einem Konzept (das auch den oberen Kirchenebenen transparent sein muss), wie den eigentlichen Adressaten, nämlich Gemeinden und Pfarreien, die Modelle oder Beispiele alternativer Lebens- und Erfahrungsräume vorgestellt und nahegebracht werden und wie die Gemeinden und Gemeinschaften, die ihre "Arche bauen" möchten,  sich über Erfolge und Schwierigkeiten austauschen können. Die Kampagne richtet sich nur in erster Linie an die oberen Kircheneben, wo sie beginnt, doch ihr eigentliches Betätigungsfeld ist die untere Ebene.


      4.1.  Vorbemerkung, Einschätzung gewisser Einwände
 

Zunächst soll hier dem häufig vernommenen Einwand begegnet werden, dass die  Ebenen der Kirchenhierarchie keinen Durchgriff auf Gemeinden hätten oder dass Gemeinden in Form der Haupt- und Ehrenamtlichen (z.B. Kirchenvorstände) zu überlastet seien, nur mangelhaftes Interesse an den Themen hätten, die rund um die Mitweltkatastrophe auf der Tagesordnung stehen.

Gegenbeispiele zu diesen Einwänden ergeben sich allein aus Betrachtung dieser Initiativen von Landeskirchen, in denen es um die Etablierung sog. Erprobungsräume im gesamten Bereich der jeweiligen Landeskirche geht: 
 
          Erprobungsräume der Evangelischen Landeskirche der Pfalz (sog. LabORAtorien) 
 
          Erprobungsräume der Evangelischen Kirche des Rheinlands
     
          Erprobungsräume der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands

 Sie alle wurden von kirchenleitender Stelle angeregt und bejaht.
 

Wenn auch die Intentionen dieser Initiativen erst einmal anders gelagert sind, zeigen sie jedenfalls, dass die Kirchen sehr wohl Einfluss nehmen können auf die gemeindliche Ebene. Weitere Beispiele sind die Etablierung von Nachhaltigkeitsstrategien bis hin zu sog. Kirchengesetzen (einem etwas irreführenden Begriff,  denn es fehlen dem Konstrukt Sanktionierungsmöglichkeiten bis auf eine: Das sind finanzielle Zuwendungen an Gemeinden), sind die Auslobung von Nachhaltigkeits-Zertifikaten wie Grüner Hahn, Grüner Gockel. In jedem Fall versuchen die Kirchenleitungen über derartige  Initiativen Einfluss auf die gemeindliche Ebene zu nehmen, was ihnen in Teilen auch gelingt. Es ist eben auch eine Frage der Überzeugung und des Willens seitens der oberen Ebenen.
 


        4.2.  Unterstützungs-Strategien
 

Für die Unterstützung der Gemeinden bedarf es eines größeren Teams, das entweder aus den Reihen der Kirchen selbst kommt (z.B. gibt es jedenfalls in der EKHN Profilstellen für Gesellschaftliche Verantwortung) oder aus unseren Reihen, was wiederum auch bedeuten kann, dass wir Interessierte und Engagierte aus anderen Netzwerken für zukunftsorientierte Strategien für diese Beratungsaufgabe gewinnen. Anders gesagt, es werden Coaches/Instruktoren benötigt. Z.B. ist vorstellbar, dass man Menschen aus SoLaWis, Ökodörfern u.a. oder auch aus dem Umfeld des Postwachstumsforschers und Protagonisten alernativer Solidargemeinschaften, Prof. Niko Paech, zu interessieren und zu gewinnen versucht.

Es müssen also Coaching-Teams etabliert werden, die Curricula in den Gemeinden anbieten. Die dort Überblicke über die Szene alternativer Gemeinschaftsformen geben, die Material zur Verfügung stellen oder/und darüber referieren oder sogar Gemeinden aus ihrem Weg zur alternativen Solidargemeinschaft unterstützen, beraten und begleiten.

5.   Beispiele für Reallabore und Versorgungsgemeinschaften

                    5.1.  Konzept der Reallabore
 

  • Reallabore sind experimentelle Räume, in denen Einzelpersonen und Gemeinschaften nachhaltige Lebenspraktiken erproben können. Diese Laboratorien zielen darauf ab, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, einen umweltfreundlichen Lebensstil zu fördern, alternative Formen des Produzierens, Konsumierens und des Zusammenlebens zu üben und zu praktizieren.

     
  • Innerhalb dieser Reallabore spielen multifunktionale Ressourcenzentren eine entscheidende Rolle. Diese Zentren ermöglichen es den Menschen,  Gegenstände zu reparieren und auszuleihen, anstatt neue zu kaufen, Upcycling zu praktizieren und Schulklassen über nachhaltigen Umgang    mit Ressourcen zu unterrichten.
     
  • Unsere Vision beinhaltet die Grundsätzen einer Postwachstumsökonomie, die der ökologischen Nachhaltigkeit Vorrang vor einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum einräumt. Sie propagiert das Wirtschaftsprinzip der kleinen Einheiten; Resilienz durch gemeinschaftsgetragene Versorgungsstrukturen  (CSX) und Commons.
     

 
 

            5.2.    Konkrete und in Nischen gelebte Beispiele
 

                    5.2.1.   Reallabore
 

  • Tauschbörsen'
     
  • Umsonstläden
     
  • Resourcenzentren
     
  • Fairteiler, Foodsharing
     
  • selbstorganisierte Wohn- und Arbeitsformen sowie Produktions- oder Konsumgenossenschaften
     
  • Ersatzteildepots
     
  • Verleihstationen
     
  • Bibliothek der Dinge
     
  • Verschenkmärkte
     
  • Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)
     
  • Ökodörfer
     
  • Gemeinschaftsgärten, urban gardening
     
  • Klimagerechtes, gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften
    • Stichwort: CSX :  neues unternehmerisches Selbstverständnis von Prosument*innen verbunden mit der gemeinsamen Finanzierung der laufenden Kosten.
      • Von Weinherstellung wie der CSVino an der Mosel, Bäckereien wie dem Backhaus der Vielfalt in Freiburg, Brauereien wie der Vagabund-Brauerei in Berlin, Käsereien wie Basimilch in der Schweiz über Carsharingangebote und Fahrradwerkstätten wie der Radwerkstatt
         
      • SolHawe  (Solidarisches Handwerk)

 

 

 

                5.2.2   Gemeinschaften und Kommunitäten
 

  • WiRschaft  (Prosumenten) 
       
  • Anders leben
     
  • Basisgemeinde Wulfshagener Hütten
     
  • Bethel-Stiftung
     
  • Kommunität Grimmnitz
     
  • Ökodorf Sieben Linden
     
  • Diakonische Basisgemeinschaft Brot&Rosen Hamburg  (christl. Lebensgemeinschaft)
     
  • Philadelphia Bioland
     
  • Mehrgenerationenhof Burtschütz

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