GEMEINDE ALS LERN- UND ÜBUNGSORT
GEMEINDE ALS LERN- UND ÜBUNGSORT
Experimentierfelder und Erfahrungsräume vor Ort
Im Hintergrunddokument und im Vorgehensmodell ist beschrieben, dass die Gemeinden und Pfarreien die eigentlichen Adressaten der von Arche Noah for Future geplanten Kampagne sind. Das Vorgehensmodell besagt allerdings, dass die Kirchenleitungen dazu bewegt werden sollen, ihre Gemeinden und Pfarreien ihrerseits entschlossen und wirkungsvoll zu adressieren und sie ganz konkret zu motivieren, transformative Zellen zu bilden, reduktive Praktiken einzuüben, zu Lernorten und Reallaboren sich zu formen, in denen neue Prinzipien des Wirtschaftens, von Daseins- und Versorgungsformen praktiziert und eingeübt und Blueprints entwickelt werden, die sich übertragen lassen auf den Rest der Menschheit, die im Kollaps nach rettenden Auswegen sucht.
Gleichzeitig wird auf der Seite der Postwachstumsökonomie das Ineinandergreifen beider Komponenten des Vorgehensmodells von Arche Noah for Future hervorgehoben, nämlich einmal die Notwendigkeit, dass sich dezentrale und autonome Gegenkulturen formieren, die reduktive Praktiken ausformen und zum anderen die Einsicht, dass die Gemeinden die geeigneten Orte und Gemeinschaften darstellen, an denen die entsprechenden Lebenspraktiken in einem umfassenden Netzwerk eingeübt und entfaltet werden können.
Eine grundsätzliche Begründung für die Notwendigkeit der Formierung von Lernorten in umfassender Weise wird in diesem Flyer gegeben: Warum wir Lernorte brauchen
Er ist eine Kurzfassung der allgemeinen, philosophisch/theologisch grundierten Betrachtungen in Philosophie der Arche-Gemeinden
Sehr schnell entsteht die Frage, wie soll eine Gemeinde sich ganz konkret auf den Weg machen? Welches Projekt kann am Lern- und Übungsort in Angriff genommen werden?
Anders leben lernen, damit alle leben können
Informationen und Anregungen
Als Antwort auf diese Fragen stellt Arche Noah for Future eine Reihe von Informationen und Anregungen bereit, an die auch an dieser Stelle hingewiesen wird.
- Beispiele für Projektgemeinschaften
- Arche-Handbuch
- Kurzfassung Arche-Handbuch: Flyer zum Download
- Die Seite "Direkt für Gemeinden" richtet sich an Gemeinden, die sich unabhängig von der
Arche Noah for Future - Kampagne auf den transformativen Weg machen wollen.
- Konkrete Projektszenarien und Leitbild einer Projekt-Gemeinde:
In diesem Dokument werden ausführlich konkrete Projektszenarien beschrieben, mit denen sich eine Gemeinde, die ein Projektteam mit einem Arche-Projekt werden möchte, im Detail befassen und ihre eigene Projektvorstellung entwickeln kann.
Was sagen die Kirchen zu den Vorschlägen?
Der Vision von Arche Noah for Future , so wie am Anfang dieser Seite beschrieben, werden hier nun Texte an die Seite gestellt, die im Impulspapier (s. Dokumentenverzeichnis), erarbeitet im Ökumenischen Prozess „Umkehr zum Leben – den Wandel gestalten“ von zwölf kirchlichen und kirchennahen Organisationen und das den Titel trägt "Auf dem Weg zu einer Kultur der Nachhaltigkeit", enthalten sind und die Vision in anderen Worten treffend beschreiben und unterstreichen und damit dokumentieren, dass der Ansatz von Arche Noah for Future zumindest proklamatorisch schon vor Jahren von kirchlichen Organisationen geteilt wurde.
Nun kommt es darauf an, ihn endlich und dringend in die Tat umszusetzen.
Dort heißt es zunächst auf den Seiten 31/32:
Zwar gibt es längst in Teilbereichen der Gesellschaft Elemente eines solchen Wandels – von alternativen Lebensstilen über eine ökofaire und soziale Beschaffung bis hin zur Förderung erneuerbarer Energien, vom Repair-Café bis hin zu Postwachstumsbewegungen – doch alle diese Elemente sind weder so häufig noch so verdichtet, dass sie schon jetzt zu einer Epochenschwelle beitragen.
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Insgesamt sind also persönliche und gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Wege hin zu einer raschen Verwirklichung einer umfassenden Kultur der Nachhaltigkeit zu suchen und zu erproben. Dabei wird diese Suche nur gelingen, wenn sie wissenschaftliche Theorie und Analyse mit transformativer Praxis untrennbar verknüpft. Neues muss gedacht und erprobt werden, und für Experimente müssen Räume zur Erprobung einer neuen Wirklichkeit und damit Reallabore geschaffen werden. Hierbei sind der Mut, Fehler zu machen, und die Bereitschaft, aus diesen Fehlern zu lernen, Voraussetzungen für das Auffinden neuer Wege.
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Angesichts der hohen Komplexität globaler Herausforderungen wird die alte Einsicht überdeutlich, dass es nicht Tatsachen sind, die Einstellungen und Verhalten von Menschen bestimmen, sondern Wahrnehmungen und Deutungen dieser Tatsachen, ja, dass mitunter Tatsachen erst durch Erzählungen geschaffen werden.
Orientierung suchen Menschen mithilfe von Bildern und Erzählungen.
Im selben Papier heißt es weiter auf den Seiten 41/42:
In anderen Bereichen sind in den letzten zwei Jahrzehnten Formen des Teilens erprobt worden – vom Leihladen bis zum Repair-Café – an die angeknüpft werden kann. Noch aber muss erst gesucht und erprobt werden, ob und wie solche Initiativen zum systemischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen können.
Dies gilt auch für die vielfältigen kirchlichen Nachhaltigkeitsinitiativen wie der Einführung eines kirchlichen Umweltmanagements oder der Umstellung des Beschaffungswesens nach Nachhaltigkeitskriterien. Wie können diese Initiativen fruchtbar gemacht werden für die Alltagspraxis der Gemeindeglieder, wie für die nachhaltige Entwicklung der Ortsgemeinde? Kirchengemeindliche Ansätze der Stärkung einer lokalen Ökonomie können fortgeführt und verallgemeinert werden – von der Unterstützung eines Betriebes der solidarischen Landwirtschaft bis hin zur Mitwirkung an Energiegenossenschaften, von der Förderung von Gemeinwohlunternehmen bis zur Suche nach Elementen einer nachhaltigen Geldwirtschaft wie Kreditgenossenschaften oder Regiogeld.
Eine solche transformative Praxis wird sich auch in die politische Gestaltung der Kommune einmischen, nach zivilgesellschaftlichen Bündnispartnern suchen, vor interreligiösen Experimenten nicht zurückschrecken und Konflikte wagen.
Allerdings bedürfen christliche Gemeinden als Orte des gemeinschaftlichen Lernens und Experimentierens der ständigen Ermutigung, dass Gott einer solchen Umkehr zum Leben seine Gegenwart verheißen hat. Es ist diese Gegenwart, die Gemeinden befähigt, Überforderungen und Entmutigungen wahrzunehmen, zu benennen und nach realistischen Möglichkeiten ihrer Überwindung zu fragen.
Zugleich brauchen Gemeinden für ihren Aufbruch strukturelle Voraussetzungen – von den finanziellen Ressourcen bis hin zur professionellen Begleitung durch Moderatoren und Organisationsberater. Denn die Suche nach transformativer Praxis und die Erprobung neuer Wege werden nur gelingen, wenn Inhalte und Formen von den beteiligten Gemeindegliedern selbst und gemeinsam gefunden werden. Dies setzt neue Formen des partizipativen gemeindlichen Suchens und Handelns voraus, die erst eingeübt werden müssen. Die Schaffung der erforderlichen Rahmenbedingungen ist Aufgabe von Diözesen und Landeskirchen, die auf diese Weise zeigen können, dass es ihnen mit der Suche nach neuen transformativen Wegen hin zu einer Kultur der Nachhaltigkeit ernst ist.
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