FORDERUNGSKATALOG

Präambel: Die Stunde der Kirchen

"Macht euch eine Arche aus Zypressenholz... Denn ich will eine Flut kommen lassen über die Erde." (Genesis 6,14-17)
 

Die Erde steht vor einem Kollaps biblischen Ausmaßes. Die Erdsysteme geraten aus dem Gleichgewicht, Kipppunkte werden überschritten, unsere Zivilisation ist bedroht. Wissenschaftler sprechen von der größten Krise der Menschheitsgeschichte.
 

Die Kirchen predigen das Reich Gottes - doch leben sie es?
 

Die Urgemeinde teilte alles (Apostelgeschichte 2,44-45). Die Propheten riefen zur radikalen Umkehr. Jesus lebte besitzlos und gemeinschaftlich. Noah musste handeln, sein ganzes Leben umstellen - bis die Flut kam.
 

Heute bedeutet christliche Nachfolge: Die Arche bauen, nicht die drohende Sintflut verdrängen

FORDERUNGSKATALOG

An die Evangelischen Landeskirchen und Katholischen Bistümer Deutschlands

FORDERUNG 1:  Selbstverpflichtung zur Arche-Transformation

Wir fordern:

Jede Landeskirche und jedes Bistum verabschiedet einen verbindlichen "Arche-Beschluss" mit folgendem Inhalt:

1.1 Bekenntnis zur Krisenlage
 

Öffentliches Anerkennen der existenziellen Bedrohung durch Klimakrise, Biodiversitätsverlust und Systemkollaps als größte Herausforderung seit Bestehen der Kirche.
 

1.2 Theologische Selbstverpflichtung

Bekenntnis zur Schöpfungsverantwortung (Genesis 2,15: "Bebauen und Bewahren") und zur prophetischen Aufgabe der Kirche, der Gesellschaft alternative Lebensmodelle vorzuleben.
 

1.3 Konkrete Zielsetzung

Selbstverpflichtung, die eigene Kirche/das eigene Bistum bis 2030 zu einem Netzwerk transformativer Gemeinden umzubauen, die als "Archen" fungieren - als Lern- und Übungsorte für postwachstumstaugliche, solidarische Lebensformen.
 

1.4 Messbare Ziele

  • Mindestens 10% aller Gemeinden werden zu "Arche-Modellgemeinden"
     
  • Mindestens 100 Modellgemeinden bundesweit 

 

Begründung:

Ohne klares Bekenntnis und verbindliche Zielsetzung verpuffen alle Bemühungen. Die Kirchen haben mit Nachhaltigkeitserklärungen jahrzehntelang Symbolpolitik betrieben. Jetzt ist die Zeit für konkrete, messbare Selbstverpflichtung.

FORDERUNG 2:  Ressourcen für die Arche bereitstellen

Wir fordern:

Die Kirchen stellen substantielle Ressourcen für den Aufbau von Arche-Gemeinden zur Verfügung:

1.1 Bekenntnis zur Krisenlage
 

Öffentliches Anerkennen der existenziellen Bedrohung durch Klimakrise, Biodiversitätsverlust und Systemkollaps als größte Herausforderung seit Bestehen der Kirche.

1.2 Theologische Selbstverpflichtung

Bekenntnis zur Schöpfungsverantwortung (Genesis 2,15: "Bebauen und Bewahren") und zur prophetischen Aufgabe der Kirche, der Gesellschaft alternative Lebensmodelle vorzuleben.

1.3 Konkrete Zielsetzung

Selbstverpflichtung, die eigene Kirche/das eigene Bistum bis 2030 zu einem Netzwerk transformativer Gemeinden umzubauen, die als "Archen" fungieren - als Lern- und Übungsorte für postwachstumstaugliche, solidarische Lebensformen.

1.4 Messbare Ziele

  • Mindestens 10% aller Gemeinden werden zu "Arche-Modellgemeinden"
     
  • Mindestens 100 Modellgemeinden bundesweit 

 

Begründung:

Ohne klares Bekenntnis und verbindliche Zielsetzung verpuffen alle Bemühungen. Die Kirchen haben mit Nachhaltigkeitserklärungen jahrzehntelang Symbolpolitik betrieben. Jetzt ist die Zeit für konkrete, messbare Selbstverpflichtung.

 

FORDERUNG 3:  Modellgemeinden gewinnen und unterstützen

Wir fordern:

Die Kirchen rufen bis zum einen bundesweiten "Arche-Wettbewerb" aus und gewinnen mindestens 100 Modellgemeinden, die sich als Avantgarde einer anderen Gesellschaft verstehen.

3.1 Arche-Wettbewerb
 

  • Öffentlicher Aufruf an alle Gemeinden: "Werdet zur Arche!"
  • Bewerbungsverfahren mit konkreten Projekt-Ideen
  • Auswahl von mindestens 100 Gemeinden (verteilt über alle Landeskirchen/Bistümer)
  • Öffentliche Auszeichnung und Unterstützung der Gewinner-Gemeinden

3.2 Kriterien für Arche-Gemeinden

Eine Arche-Gemeinde verpflichtet sich zu mindestens einem konkreten transformativen Projekt aus folgenden Bereichen:

Ernährung & Versorgung:

  • Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)
  • Gemeinschaftsgärten
  • Lebensmittel-Kooperativen
  • Foodsharing-Stationen

Konsum & Kreislaufwirtschaft:

  • Repair-Cafés
  • Umsonstläden
  • Tauschbörsen
  • "Bibliothek der Dinge"
  • Kleidertausch

Wohnen & Gemeinschaft:

  • Mehrgenerationenprojekte
  • Gemeinschaftliches Wohnen
  • Wohnprojekte auf kirchlichem Grund

Energie & Mobilität:

  • Energiegenossenschaften
  • Car-Sharing
  • Lastenrad-Verleih
  • Photovoltaik auf kirchlichen Dächern (mit Bürgerbeteiligung)

Bildung & Kultur:

  • Lernorte für Suffizienz
  • Permakultur-Kurse
  • Workshops zu Selbstversorgung
  • Postwachstums-Akademien

Solidarökonomie:

  • Regionale Verrechnungskreise
  • Time-Banking
  • Genossenschaftliche Strukturen
  • Community Supported Everything (CSX)

3.3 Unterstützung der Modellgemeinden

  • Startkapital von mindestens 10.000 Euro pro Modellgemeinde
  • Zugang zu Coaching und Beratung (siehe Forderung 4)
  • Vernetzung untereinander
  • Öffentliche Würdigung und Kommunikation
  • Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation

Begründung:
Transformation braucht Vorbilder. 100 erfolgreiche Modellgemeinden würden zeigen: Es geht! Sie würden zu Multiplikatoren, zu Hoffnungsorten, zu Blaupausen für andere. Der Wettbewerb mobilisiert den Pioniergeist und schafft positive Konkurrenz.

 

FORDERUNG 4:  Coaching-Struktur etablieren

Wir fordern:

Die Kirchen etablieren ein bundesweites "Arche-Coaching-Netzwerk" zur Unterstützung der transformationswilligen Gemeinden

4.1 Coaching-Teams
 

  • Aufbau von mindestens 20 regionalen Coaching-Teams (bundesweit)
  • Jedes Team besteht aus 3-5 Personen mit Expertise in:
    • Gemeinschaftsbildung & Prozessbegleitung
    • Solidarökonomie & Postwachstum
    • Praktische Skills (Permakultur, Handwerk, etc.)
    • Konfliktmoderation
    • Theologie & Spiritualität der Transformation

4.2 Rekrutierung & Ausbildung

  • Gewinnung von Coaches aus:
    • Kirchlichen Reihen (z.B. Umweltbeauftragte, Gemeinwesendiakonie)
    • Ökodörfern, SoLaWis, Transition Towns
    • Wissenschaft (Postwachstums-Forschung)
    • Erfolgreichen Alternativprojekten
  • Train-the-Trainer-Programm (6 Monate)
  • Faire Vergütung der Coaches

4.3 Coaching-Angebot für Gemeinden

  • Starter-Paket: 5 Coaching-Tage für jede Arche-Gemeinde im ersten Jahr
  • Inhalte:
    • Bestandsaufnahme (Was haben wir? Was können wir?)
    • Visions-Entwicklung (Was wollen wir aufbauen?)
    • Projektplanung (Wie setzen wir es um?)
    • Konfliktprävention (Wie bleiben wir handlungsfähig?)
    • Vernetzung (Wer kann uns helfen?)
  • Folge-Coaching nach Bedarf

4.4 Curricula & Materialien

  • Entwicklung von "Arche-Handbüchern" (siehe separates Dokument)
  • Online-Kurse und Webinare
  • Video-Tutorials zu konkreten Projekten
  • Best-Practice-Datenbank
  • Peer-Learning-Plattform zum Austausch zwischen Gemeinden

Begründung:
Die meisten Gemeinden wissen nicht, wie man ein Arche-Projekt startet. Sie brauchen Anleitung, Ermutigung, praktisches Know-how. Coaches sind die Brücke zwischen Vision und Realität. Ohne professionelle Unterstützung werden viele Projekte scheitern - mit Coaching steigen die Erfolgsaussichten dramatisch.

FORDERUNG 5:  Transparenz und öffentliche Rechenschaft

Wir fordern:

Die Kirchen berichten regelmäßig über den Fortschritt der Arche-Transformation.

5.1 Regelmäßiger Fortschrittsbericht
 

  • Inhalte:
    • Anzahl der gestarteten Arche-Projekte
    • Anzahl der beteiligten Menschen
    • Erreichte Meilensteine
    • Herausforderungen und Learnings
    • Finanzielle Mittelverwendung

5.2 Jährlicher "Arche-Tag"

  • Einmal jährlich: Großer bundesweiter "Arche-Tag" mit:
    • Präsentation der Modellgemeinden
    • Austausch von Erfahrungen
    • Öffentliche Würdigung
    • Medienöffentlichkeit
    • Gottesdienste zur Schöpfungsverantwortung

5.3 Wissenschaftliche Evaluation

  • Beauftragung einer unabhängigen wissenschaftlichen Begleitung
  • Jährliche Evaluation:
    • Was funktioniert?
    • Was funktioniert nicht?
    • Welche Faktoren begünstigen Erfolg?
    • Wie kann die Transformation beschleunigt werden?
  • Veröffentlichung der Ergebnisse

5.4 Dialogbereitschaft

  • Regelmäßiger Dialog mit zivilgesellschaftlichen Akteuren (Klimabewegung, Ökodörfer, Wissenschaft)
  • Offenheit für Kritik und Korrektur
  • Jährliches Gespräch zwischen Kirchenleitungen und "Arche Noah for Future"

Begründung:
Nur was gemessen wird, wird gemacht. Transparenz schafft Verbindlichkeit. Öffentliche Rechenschaft verhindert, dass die Arche-Transformation zu einer weiteren Schublade voller guter Absichten wird.

 

FORDERUNG 6:  Solidarische Binnen-Ökonomie aufbauen

Wir fordern:

Die Kirchen beginnen mit dem Aufbau einer solidarischen Binnen-Ökonomie zwischen ihren Gemeinden und Einrichtungen.

6.1 Vision
 

Schrittweiser Aufbau eines kircheninternen Wirtschaftskreislaufs, der:

  • Unabhängiger wird vom kapitalistischen Markt
  • Solidarische statt profitorientierte Prinzipien lebt
  • Resilienz für Krisenzeiten aufbaut
  • Modellcharakter für die Gesamtgesellschaft hat

6.2 Konkrete Schritte

  • Vernetzung von Produzenten und Konsumenten:
    • Städtische Gemeinden beziehen Lebensmittel von kirchlichen Biohöfen oder kooperierenden SoLaWis
    • Handwerkliche Leistungen werden bevorzugt innerhalb des Netzwerks vergeben
    • Sharing-Plattformen für kirchliche Ressourcen (Fahrzeuge, Werkzeuge, Räume)
  • Alternative Verrechnungssysteme:
    • Pilotprojekte mit regionalen Komplementärwährungen
    • Time-Banking zwischen Gemeinden
    • Tausch statt Kauf wo immer möglich
  • Genossenschaftliche Strukturen:
    • Gründung von Energie-, Wohn-, Lebensmittelgenossenschaften
    • Kirchenmitglieder als Genossen, nicht Kunden
    • Überschüsse fließen zurück ins Netzwerk

6.3 Ziel

Bis 2030 mindestens 20% der kirchlichen Bedarfe aus solidarökonomischen Strukturen decken (statt vom kapitalistischen Markt zu kaufen).

Begründung:
Eine Arche muss autark sein können. In Krisenzeiten werden globale Lieferketten zusammenbrechen. Kirchen mit solidarischen Versorgungsstrukturen werden dann zu Ankern der Gemeinschaft. Zudem ist eine solidarische Binnen-Ökonomie das wirksamste Zeugnis gegen den Götzen des Wachstums.
 

Schlusswort: Der Ernst der Stunde

"Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, was Gottes Wille ist."  (Römer 12,2)

Die Gnade Gottes ist nicht billig. Sie kostet alles. Sie fordert radikale Umkehr. Sie ruft uns, anders zu leben.
 

Noah baute die Arche mühsam allein, wahrscheinlich verstand ihn niemand. Die Propheten wurden verfolgt. Jesus wurde gekreuzigt. Andere in die Nachfolge rufen.
 

Aber Noah baute die Arche - und rettete Leben.
Die Propheten riefen zur Umkehr - und bewahrten Israel vor Untergang.
Jesus lebte das Reich Gottes vor - und verwandelte die Welt.
 

Heute rufen wir die Kirchen:

Baut die Arche!
Lebt das Reich Gottes!
Rettet, was zu retten ist!

Nicht irgendwann.

JETZT UND KONKRET
 

Die Flut wird kommen. Seid bereit, die Arche zu bauen.
 

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